Eine Infografik zu erstellen klingt nach einem kreativen Projekt. In der Praxis ist es vor allem eine strukturelle Aufgabe: Welche Information braucht der Betrachter zuerst, und wie hangt sie mit dem Nachsten zusammen?
Die Struktur kommt vor dem Werkzeug
Viele Einsteiger offnen Canva oder Illustrator und fangen an zu gestalten, bevor sie die Logik des Inhalts durchdacht haben. Das fuhrt fast immer zu einer Grafik, die voll ist, aber nichts erklart.
Ein besserer Ansatz: Zuerst die Kernaussage in einem Satz formulieren. Dann prufen, welche Daten oder Schritte diese Aussage stutzen. Alles, was daruber hinausgeht, ist meistens Ballast.
Visuelle Flussrichtung
Menschen lesen visuelle Inhalte nicht gleichmaig, sie scannen. In westlichen Kulturen folgt das Auge typischerweise einem Z-Muster oder einem F-Muster, je nach Layout.
Wer die wichtigste Information oben links oder in der Mitte platziert und von dort eine klare Leserichtung schafft, arbeitet mit diesem Verhalten, nicht dagegen. Pfeile, Nummerierungen oder Farbverlaufe konnen diese Richtung zusatzlich unterstutzen.
Wann eine Infografik nicht das richtige Format ist
Nicht jede Information profitiert von einer grafischen Aufbereitung. Komplexe Kausalzusammenhange, die viele Ausnahmen haben, lassen sich in einer Infografik oft nur vereinfacht darstellen, was zu Missverstanden fuhren kann.
Eine Infografik eignet sich gut fur Prozesse, Vergleiche und Zahlenverhaltnisse. Fur nuancierte Argumente ist ein strukturierter Text oft ehrlicher und hilfreicher.