Typografie ist einer der Bereiche, den Einsteiger oft unterschatzen. Die Wahl einer Schriftart wirkt wie eine Kleinigkeit, beeinflusst aber direkt, wie muhelos oder anstrengend das Lesen eines Textes ist.
Lesbarkeit als Ausgangspunkt
Es gibt einen Unterschied zwischen einer Schrift, die schon aussieht, und einer, die gut lesbar ist. Bei langeren Texten, Berichten oder Lernmaterialien sollte Lesbarkeit immer Vorrang haben.
Serifenschriften wie Georgia oder Palatino eignen sich gut fur langere Texte im Druck. Serifenlose Schriften wie Inter oder Source Sans Pro funktionieren auf Bildschirmen oft besser, weil sie bei kleinen Grossen klarer bleiben.
Hierarchie durch Schriftgrosse und -gewicht
Typografische Hierarchie bedeutet: Der Leser erkennt auf den ersten Blick, was wichtig ist. Das erreicht man nicht durch viele verschiedene Schriftarten, sondern durch konsequente Abstufungen innerhalb einer Familie.
Eine Uberschrift mit 24 Punkt, ein Unterabschnitt mit 18 Punkt und Fliestext mit 16 Punkt schaffen Orientierung ohne visuellen Larm. Wer zusatzlich mit Schriftgewicht arbeitet, also Regular und Bold kombiniert, erganzt diese Struktur sinnvoll.
Zeilenabstand und Zeilenbreite
Zwei Faktoren, die haufig vernachlassigt werden: Ein Zeilenabstand von 1,4 bis 1,6 macht Fliestext deutlich angenehmer zu lesen. Zeilenlangen von 60 bis 75 Zeichen gelten als optimal, weil das Auge beim Zeilenumbruch weniger Orientierungsarbeit leisten muss.
Diese Werte sind keine Dogmen, aber sie basieren auf Beobachtungen aus der Leseforschung und sind ein solider Ausgangspunkt fur eigene Tests.